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Donnerstag, 27. Januar 2011

Routeburn Track

Die Wanderung, die ich Adi auf den Geburtstag geschenkt habe. Und ich kann sagen, ich hatte mir nichts mehr gewünscht für Adi, gutes Wetter zu haben, um die sensationelle Landschaft in vollen Zügen geniessen zu können (und ich schöne Fotos machen kann).

Wir mussten morgens um 08.00 Uhr in Queenstown bereit stehen. Es ging nicht lange und da haben wir Rinus (ein Holländer, den ich in zwei Hütten auf dem Rees-Dart Track schon gesehen hatte) getroffen haben.

Nach gut 30 Minuten kamen wir in Glenorchy an und wir hielten noch beim Zeltplatz, wo ich schon 2x übernachtet hatte. Wie auch immer, wir erkundigten uns bei einem „Local“ noch über das Wetter und er meinte plump und simpel: „It’s gonna piss down!“

Tag 1
Es war sehr bewölkt. Ich startete mit dem Regenmantel für den Rucksack und die anderen Beiden montierten diesen wenig später auch, weil die ersten Regentropfen vielen bereits. Lustigerweise zeigte sich sogleich die Sonne ein bisschen. Aber das währte nicht sehr lange. Trotz allem, der Fluss, dem wir entlang liefen, hatte eine unglaubliche Farbe.

Ich glaube noch unter 2 Stunden kamen wir bei der ersten Hütte an. Der Ort, wo Rinus sein Zelt aufschlug. Für uns wartete noch ein stündiger Aufstieg zu unserer Hütte (Routeburn Falls Hut). Wir entschieden uns gegen einen Sidetrip, den Rinus machte, weil wir wussten, dass es richtig anfangen würde zu regnen und wir dann immer noch zu unserer Hütte laufen müssten.
So kamen wir noch relativ trocken bei der ersten Hütte an, aber es regnete doch schon so, dass ich kein Foto von den umliegenden Wasserfällen machte. Wir mussten dann den Nachmittag irgendwie totschlagen und ich brachte Adi ein paar Kartenspiele bei, die man in Hütten einfach braucht.
Es hat uns dann noch eine Neuseeländerin angequatscht (obwohl ich mir über die wirkliche Herkunft noch nicht sicher bin) und es stellte sich heraus, dass sie ein bisschen Deutsch kann. Und sie war ja schon mal in Beinwil am See (ja genau, wers glaubt...).

Kommentar Adi: „Esch es Ilaufe met Gwicht gsi. Mini Hüft het weder afo Schmerze (ersti Altersbeschwerde).. Anschinend beni immer zschnell gloffe. Lustigi Schaukelbrüggli, aber ned wörkli herusfordernd. D’Hütte esch Luxus gsi.“

Tag 2
Es regnete noch immer und es sah auch nicht so aus, dass es aufhören würde. Und der Wetterbericht meinte auch nichts Besseres. Der Hüttenwart meinte am Abend über das heutige Wetter: „It looks terrible for tomorrow.“

Adi montierte Regenhosen und Regenjacke. Ich hatte das gleiche Outfit wie immer, 3/4 Hose und Shirt. Ich sparte meine Regenjacke auf. Rinus war mittlerweile auch schon bei unserer Hütte eingetroffen und so liefen wir zusammen los in Richtung Harris Saddle. Es wurde mir erst heute bewusst, dass es mich bisher noch nie so richtig auf einer Wanderung verregnet hatte. Aber heute war der Tag. Die Aussicht war natürlich nichts und ich war wohl mehr enttäuscht als Adi. Wir meisterten die Steigung bis zur Gipfelhütte relativ schnell. Wir konnten dann dort einen Tee kochen und uns ein bisschen aufwärmen. Nun war es auch Zeit für mich ein trockenes Shirt anzuziehen und die Regenjacke auszupacken.

Der Weg führte weiter etwa auf der gleichen Höhe für eine Stunde und wir kämpften uns auf dem Wanderweg, der an verschiedenen Stellen zu einem Bächlein wurde, vorwärts. Dann konnten wir plötzlich zum MacKenzie See sehen und damit auch die Hütte erblicken. Wie verdammt schön wäre die Aussicht gewesen, an diesem Tag, ging mir immer wieder durch den Kopf.

Der Abstieg zur Hütte legten wir ultra-schnell zurück und waren froh, in der Hütte angekommen zu sein. Völlig nass, durch und durch.

Die Geschichte über die Neuseeländerin die gerne sich bemerkbar machte, erreichte heute den Höhepunkt. Ihr Mann und Sohn hatten drei Betten reserviert (man kann in diesen Hütten nicht reservieren) und sie bekamen vom Hüttenwart noch Wolldecken ... ja, es gab noch viele andere Dinge, aber das war echt zu viel des Ertragbaren ... wir hatten ihnen mittlerweile die Namen „Queen“, „King“ und „de armi Mäxli“ gegeben.

Adi’s zweiter Tag: „Sensationells Wätter, super Ussicht. Ich segi anschinend scho weder zschnell gloffe. Ben ufem einzigste Stei wo glitschig gsi esch usgrötscht. Ich han mini ersti Erfahrige met emene sicherheitsfanatische Hüttewart gmacht – well’s z’gföhrlech gsi esch d’Schueh vorem Ofe z’tröchne hämmer sie müesse use tue ond im Räge tröchne.“

Tag 3
Der Wetterbericht für heute war zwar nicht mehr Regen, aber vielleicht nur bewölkt. ABER es war sonnig und ich viel fast vom Hocker, als ich das sah. Schnell war klar, dass wir nochmals zurück auf den Hügel müssen um die Aussicht zu geniessen und Fotos machen. Eine halbe Stunde nach dem Porridge essen war wir oben. Und spätestens da hat wohl auch Adi realisiert, wie es gewesen wäre, wenn wir am Tag vorher immer tolles Wetter gehabt hätten. Dieser Trip hat sich definitiv gelohnt.

Zurück bei der Hütte wollten wir noch schnell beim See vorbei schauen, wenn nicht gerade die Queen da gewesen wäre. Also liefen wir ohne Hallo zu sagen weiter dem See entlag in Richtung Zeltplatz. Dort machten wir noch einen Abstecher zum „Split Rock“, der sich nicht wirklich lohnte. Hauptsache war, dass wir der Queen bei der Hütte nicht begegnen müssen.

Nach dem Nutella-Essen und ein wenig Kleider trocknen, begaben wir uns auf den letzten Abschnitt der Wanderung. Der Weg führte zu meinem Erstaunen mehr bergauf als bergab, aber das war ok. Auf halbem Weg kamen wir bei dem Erland Wasserfall vorbei. 174 Meter hoch. Ziemlich eindrücklich und gewaltige Wassermassen donnerten auf den Wanderweg. Hier kam man nicht trocken durch.

Wenig später erreichten wir die Howden Hütte (wo ich schon einmal übernachtet hatte mit Philippe & Julie vor gut 2 Wochen). Wir machten hier einen Sandwich-Stopp. Wir hatten dann genau noch Zeit, den Key Summit auch noch zu machen (ein kleiner Abstecher vom Hauptwanderweg). Wir konnten dann noch eine gute Aussicht da oben geniessen, bevor wir uns beeilen mussten, um rechtzeitig beim Parkplatz zu sein. Wenn wir gewusst hätten, dass der Bus 40 Minuten Verspätung hat, hätten wir nicht so schnell laufen müssen.

Adi’s 3. Wandertag mit Rucksack: „Wäge de Queen hämmer länger im Bett müesse bliibe ond hätted fast s’gute Wätter verpasst. De Beat het mi ohi Überzügigschraft überzoge, nomol uf de Hügel ufe zlaufe. De Beat esch no vell schneller det ufe gloffe als ich wörd laufe. Mega coole Wasserfall. Ond womer eigentlech scho kei Ziit meh gha händ semmer nomol ufene Hügel ufe ond dete segi anschinend vell, vell zschnell gloffe. D’Salbi het gnötzt – d’Hüft ond Chnüproblem sind wie i Luft ufglöst.“

Zusammenfassung
Eine super Wanderung, wenn das Wetter gut ist, sonst nicht so (und das kann an der Motivation nagen). In 3 Tagen ist sicherlich sehr locker. Ein Buch mitzunehmen in diesem Fall ist empfehlenswert. Übrigens: Mein Great Walk #8.

Samstag, 22. Januar 2011

The Mountain Goat

Ohne Ruhetag vom Dusky Track ging es los auf dem Rees-Dart Track. Meinen Van hatte ich in Glenorchy geparkt und mit einem Bus wurde ich zum Start gebracht. Kurz unterwegs auf dem Track habe ich dann schon mal Raviv und Ofer (beide Israel) und Simon (Brite) kennen gelernt. Wir sind dann aber nicht miteinander unterwegs gewesen, weil ich mit meinen vielen Foto-Stopps sowieso kein Tempo einhalten konnte.

Das Wetter war sonnig aber doch mit vielen Wolken. Aber im Grossen und Ganzen ein sehr schöner Tag. Die ersten 3 Stunden führten flach im Tal über Wiesenlandschaften und teilweise ein paar sumpfige Stellen. Dann ging es nochmals für etwa 2 Stunden im Wald aufwärts mit ein paar Partien im offenen Bereich wo man ein paar Flüsse queren musste. Dort sind mir vor allem die vielen Steine aufgefallen mit den bekannten weissen Kreis-Mustern. Dort hätten wir viele Tonnen Steine für zu Hause um das Haus mitnehmen können... wenig später erreichte ich die Hütte.

Meine nächste Mission, wie so viele Male, war ein Feuer zu machen. Nur musste man hier mit Kohle arbeiten und das ist nicht nach meinem Geschmack. Vor allem musste ich ja erst einmal eine Basis haben, damit dann die Kohle-Stücke ins Spiel kommen. Das war gar nicht so einfach, weil es eigentlich nichts zum Anfeuern hatte. Ich ging dann halt erst mal auf Holzsuche in der Umgebung. Nur schwierig, wenn das Zeugs feucht ist. Nach etwa gefühlten 2 Stunden loderte das Feuer endlich und ich konnte nach und nach Kohle-Stücke gekonnt platzieren. Irgendwann tauchte der Hüttenwart auf und meinte, es sei wohl genügend warm und man solle doch die Kohle für kalte und feuchte Tage sparen... ;)

Tag 2
Da der Wetterbericht nicht so viel Gutes voraussagte, beschlossen wir, einfach bis zur nächsten Hütte zu laufen (4-6 Stunden). Heute liefen Raviv, Ofer, Simon und ich zusammen. Wir genossen am Anfang eigentlich noch relativ viel Sonne. Kurz vor dem Rees-Sattel war dann aber fertig mit Sonne. Es wurde dann auf dem Sattel (nach einem netten Anstieg) erwartungsgemäss etwas windig und kühler. Nach einer kurzen Pause und Gipfelfoto ging es abwärts in Richtung Hütte. Irgendwann konnte wir die Brücke und die Hütte von Weitem sehen, aber zuerst mussten wir noch einen etwas steileren Abstieg bewältigen. Es waren sicherlich noch gute 30 Minuten bis zum Tagesziel.

In der Hütte lernte ich dann wieder einmal ein neues Kartenspiel: Durak, so ein israelisches Spiel. Gegen den Abend haben wir dann aber noch Schach gespielt und ein paar Runden Shithead.

Ich habe seit heute einen neuen Übernamen erhalten von den 3 Jungs: Mountain Goat (Bergziege). Wohl deshalb weil ich ständig auf irgendwelche Felsen kletterte, viele Fotos machte und die Gruppe ständig wieder aufholte.

Tag 3
Meine Beine fühlten sich eigentlich relativ müde an, aber ich liess mich trotzdem davon überzeugen, dass eine Abstecher zum Dart Gletscher lohnenswert sei. Und weil das in Richtung des Cascade Saddles war, hängte ich den auch noch gleich mit ran. Wenn man ehrgeizig ist, muss man manchmal Dinge tun, die nicht sinnvoll sind. So wusste ich, dass ich keine Aussicht haben würde auf dem Sattel oben. Aber trotzdem musste ich da rauf. Resultat: Keine Sicht.

Auch wenn ich oben keine Sicht hatte, der Ausflug bis zum Gletscher ist super, schon nur wegen dem Weg. Häufig hat man das viele Moos neben dem Weg auf all diesen Steinen, das sieht einfach toll aus. Wenn man sich dann noch die Sonne dazu denkt, umso besser!

Zurück bei der Hütte, wo wir übernachtet hatten, war es nun 13.00 Uhr, ich wanderte (oder rannte) zwischendurch für 5 Stunden. Die eigentliche Tagesetappe zur nächsten Hütte (6-8 Stunden) stand aber erst noch an. Simon ging „nur“ bis zum Gletscher und zurück zur Hütte (habe ihn aufgeholt auf dem Weg zur Hütte). Ich wanderte also nun mit ihm zur nächsten Hütte. Wir erledigten diese Etappe in 4 ½ Stunden und ich brachte es somit auf 9 ½ Stunden an diesem Tag. Ich denke, das reicht.

Tag 4
Die letzten 16 Kilometer waren meistens auf einem sehr guten Wanderweg und es ging ja meistens leicht bergab. Es war auch heute wieder bewölkt, aber auf halbem Weg wurden wir mit Sonne belohnt und hatten einige sehr schöne Abschnitte inklusive blauem Himmel. Beim Chinaman’s Bluff mussten wir dann noch 2 Stunden auf unseren Bus warten, der uns zurück nach Glenorchy brachte.

Zusammenfassung
Das Rees-Tal ist sicher spektakulärer als das Dart-Tal. Der Ausflug zum Dart-Gletscher und Cascade Sattel (wenn gutes Wetter) absolut lohnenswert. Alles in Allem, ein toller Track. Die Hütten haben einen sehr hohen Standard (mit Spül-Toiletten und Toiletten-Papier).

Fahrt nach Christchurch
Ich war dann etwa 15 Minuten in Glenorchy, wo ich eine Dusche genoss. Dann ging es aber los und ich fuhr los in Richtung Christchurch. Die Fahrt dauerte gut 6 Stunden und ich kam um 22.10 Uhr in der Stadt an. Unterwegs durfte ich dafür noch einen sehr tollen Regenbogen miterleben! Hier bin ich also, am Ende meiner Ego-Reiserei und werde morgen Nachmittag Adi am Flughafen abholen. Dann beginnt eine nicht weniger stressfreie Zeit. ;=)

Sonntag, 9. Januar 2011

Eine neue Nummer 1

Ich könnte ja jetzt noch meine Fahrt nach Queenstown länger beschreiben, aber es gibt viel Spannenderes als das zu berichten. Nämlich die neueste Wanderung, die ich heute beendet habe. Das gute Stück heisst Greenstone & Caples Track. Das sind eigentlich zwei Wanderungen, die ich einfach aneinander gereiht habe und somit eine 4-Tages-Tour ergab.

Aber zuerst einmal der Reihe nach. Ich traf Philippe und Julie auf einem Campingplatz in der Nähe von Queenstown. Und schon zum zweiten Mal ist es mir passiert, dass ich an einem Ort übernachtet habe, wo ich zuvor schon einmal einen Geocache gefunden hatte. ;) Und bereits zum dritten Mal, dass ich die Beiden traf, regnete es. Wie könnte es auch anders sein. Leider sagte auch der Wetterbericht nicht sehr viel Gutes voraus. Zum Abendessen gab es Burritos und meine weltbekannten Pasta.

Julie und Philippe haben den Routeburn Track gebucht gehabt für heute. Nur war eben das Wetter nicht so toll und so wollten sie dies ändern. Das ging aber nicht, weil alles bereits ausgebucht war (welch ein Wunder...). So war klar, dass wir heute anfangen würden zu wandern, trotz des Wetters.

Für mich hiess das, dass ich den Greenstone Track mache und die Beiden dann bei der Howden Hütte treffe. Also am Tag 2. Und genau so machten wir das. Ich fuhr zum Start meiner Wanderung. Der Weg dahin war allerdings mehr abenteuerlich, als ich das gedacht habe. Ich musste einige Flüsse mit dem Van durchqueren. Aber das Wasser hielt sich in Grenzen so dass ich sicher durchkam. Am Start der Wanderung war es nun doch schon 15.00 Uhr und ich hatte noch sicher 3 Stunden vor mir. Gepackt hatte ich noch nicht. Das alles schnell oder zu schnell erledigt legte ich los und es war ziemlich bewölkt.

Tag 1
Nach knapp einer halben Stunde kam ich an einem kleinen Wasserfällelchen vorbei und wollte mal mein Stativ einsetzen. In dem Moment realisierte ich, dass ich das Verbindungsstück Kamera-Stativ im Van vergessen hatte. Habe dann den Rucksack schnell hinter einen Baum geworfen und bin zurück zum Van gerannt und wieder zurück. Na ja, so kann’s gehen.

Nach rund der Hälfte der Strecke zur ersten Hütte (Greenstone Hut) fing es schlussendlich doch noch an zu regnen. Im Wald drin war das gar nicht spürbar, aber wenn es wieder ins Offene ging, spürte man es doch. Und spätestens jetzt durfte ich mir die Frage stellen, warum ich denn die Regenjacke auch im Van vergessen hatte... nicht dass ich sie anziehen würde während dem Wandern, aber einfach so. Gut, unterwegs fand ich dann eine Stirnlampe die im Schlamm blinkend da lag, dachte mir, ich nehme sie mal mit und frage mal in der Hütte (Jetzt ist klar, ich habe jetzt neu 2 Lampen).

Nass und tropfend kam ich doch noch vor Kochenszeit (19.00 Uhr) in der Hütte an und ich war nicht der Letzte. Kurz nach mir kamen noch Zwei an die heute 8 ½ Stunden unterwegs waren. Da ich ja nun Kleider wechselte, fiel mir auch noch auf, dass mein Pullover wohl in der Nähe der Regenjacke sein muss.

Tag 2
Es sollte heute durch den Tag hindurch besseres Wetter geben. Als es dann aber die ganze Nacht durch regnete und auch am Morgen immer noch regnete war ich schon ein bisschen skeptisch. Aber um ca. 10.00 Uhr zeigte sich plötzlich stellenweise blauer Himmel und ich sah das als gutes Zeichen. Ich packte schnell meine sieben Sachen und legte eine halbe Stunde bereits los.

Nach einer etwas öden ersten Stunde wurde es dann aber so richtig toll. Die Sonne zeigte sich nun und ich lief in einem Tal (eigentlich die ganze Wanderung) mit einem Fluss und nun im offenen Buschgebiet wo auch Schafe und Kühe weideten. Es war einfach eine genial schöne Landschaft hier. Das Licht passte und die Gegend und ich kam fast nicht mehr vom Fotografieren weg. Das änderte sich dann wenig später, als die Wolken wieder die Überhand gewannen.

Der Weg war lange heute, aber selten langweilig. Durch den vielen Regen ergaben sich einige interessante Stellen wo man es kaum vermeiden konnte, nasse Füsse zu kriegen. Nach rund 5 Stunden erreichte ich endlich die erste Hütte (McKellar), wo ich aber nur einen kleinen Essens-und-Trinken-Stopp einlegte. Von hier waren es immer noch zwei Stunden (obwohl ich hoffte, es seien weniger). Eigentlich der gesamte Weg von hier bis zur Howden Hütte war super genial und ebenbürtig zum Milford Track. Das Moos, das ich bisher nur in Milford so gesehen hatte, war auch hier grosszügig vorhanden. Sehr schön.

Dann endlich kam ich bei der Hütte an. Ich hatte kaum mein Zeugs verstaut, trafen auch schon Julie und Philippe ein. Sie hatten gerade ihre 8 Stunden wandern abgeschlossen und war auch entsprechend froh, angekommen zu sein.

Tag 3
Wie beim Milford Track kam mir auch hier eine sehr fragwürdige Idee. Ich wollte den Sonnenaufgang auf dem Key Summit (ein Aussichtspunkt 45 Minuten von der Hütte) sehen. Dass man wohl die Sonne nicht aufgehen sieht in den Bergen, kam mir dann auf dem Gipfel in den Sinn, als ich um 05.25 Uhr oben war. Toll toll, es war saukalt und keine Sonne weit und breit, wie auch, bei diesen Bergen rundherum. Ich wartete lange, sehr lange und dann gab ich auf. Ich war schon am Runterlaufen, als ich eine Bergspitze sah, die nun Licht kriegte. Scheisse, ich musste nochmals rauf. Dann habe ich doch noch ein paar Fotos gemacht bevor ich ziemlich durchgekühlt definitiv aufgab und zurück zur Hütte ging und das Feuer startete.

Wir hatten heute aber noch andere Ziele. Wir hatten noch eine 6-Stunden-Strecke vor uns und so legten wir los. Die erste Stunde kannte ich bereits von gestern, aber dann kamen wir zu einer Abzweigung zum Caples Track. Der führt über einen Sattel und dann in ein weiteres Tal hinein. Bevor es anfing zu steigen, mussten wir noch ein paar Schlamm-Stellen überwinden. Da ich in Front war, machte ich überall den Wasserstand-Test. Es sah ja nicht soooo tief aus, aber als ich plötzlich bis zur Hüfte im Wasser stand war ich schon etwas überrascht. Gestunken hat es etwa so wie die Schwedischen-Oringen-Sümpfe.

Nun ging es aber bergauf zum Sattel. Und dieser Wanderweg ist nichts für Anfänger. ;) Es war steil und man musste häufig auch die Hände gebrauchen um hoch zu kommen. Alles war aber im Wald und meistens waren die Wurzeln unsere besten Freunde. Der Wald war genial schön und zwischendurch konnte man auch wieder die tolle Aussicht geniessen.

Als wir dann oben ankamen, übertraf dies nochmals alles. Es war erstens ein super Gefühl nach der harten Arbeit oben angekommen zu sein, und zweitens hatten wir perfektes Wetter und Aussicht. In der Ferne ragte ein Matterhorn-verdächtiger Berg hervor. Wir hatten dann auf dem Sattel Lunch.

Der Abstieg war nochmals sehr anspruchsvoll, aber nicht ganz so steil wie der Aufstieg. Dafür wurde jetzt der Wald umso gigantischer. Und jetzt kommt der Moment, wo der Milford Track einpacken kann. Dieses Teilstück vom Sattel bis zur nächsten Hütte waren unglaublich. Das Moss, das Grün und der Fluss… ich dachte mir schon während dem Laufen, dass ich das wohl nicht in Worte fassen kann. Ich konnte es leider auch mit Bildern nicht wirklich gut festhalten, jedenfalls nicht so, wie es mich bewegt hat diesen Wald zu sehen. Es war mehr als perfekt. Einfach wunderbar.

Julie und Philippe wurde es dann langsam langweilig in diesem Wald weil es zog sich ziemlich lange bis zur Hütte (Upper Caples Hut). Ich hätte wohl noch zwei Stunden mehr in so einem Wald laufen können...

Tag 4
Auch heute durften wir perfektes Wetter ohne jegliche Wolken begrüssen – welch ein Luxus. Wir hatten noch ungefähr 4-5 Stunden vor uns zurück zu meinem Van. Der Anfang war fast etwas langweilig, der Wald war nicht mehr ganz so spektakulär wie am Vortag. Aber es ging dann nach dieser ersten Stunde oder so wieder ins Offene und es war hier etwa vergleichbar mit Tag 2 für mich. Wir befanden uns wieder in einem Tal mit einem Fluss und Bergen links und rechts. Die Farbe des Wassers war sehr eindrücklich und kombiniert mit dem Busch und dem blauen Himmel ist das einfach toll. Ein Wanderweg kann nie zu 100% interessant sein und so ergaben sich wieder ein paar „schwache“ Stellen, aber alles in allem war auch dieser letzte sehr toll. Unterwegs hatten wir noch eine Lunchpause auf einer Kuhwiese eingelegt. Während dem Siesta der Beiden habe ich dann mal herausgefunden, wie ich meine Kamera richtig benutzen soll und habe dann noch ein paar tolle Fotos gemacht vom Rest der Wanderung.

Zusammenfassung
Wer 4 Tage Zeit hat, nicht auf die Touristen-Wanderungen (Great Walks) Lust hat und noch einen richtigen Wanderweg wünscht, dem kann ich den Greenstone/Caples-Track wärmstens empfehlen. Gutes Wetter empfehlenswert. Man kann das Ganze natürlich auch mit dem Routeburn kombinieren. Mit Routeburn beginnen und entweder mit Greenstone (einfacher) oder Caples beenden (so haben es Philippe und Julie gemacht).
Ich fand es wirklich eine ganze tolle Wanderung und freue mich jetzt schon mit Adi auf dem Routeburn wieder in die selbe Gegen zu kommen.