Montag, 15. November 2010

Easy Cooking App fürs iPhone

Heute ist ein guter Tag! Die iPhone App die ich in den letzten Monaten entwickelt habe hier an der Schule wurde von Apple anerkannt und ist seit heute zum Download bereit. Jeder der ein iPhone besitzt kann diese also nun downloaden und hoffentlich zum Kochen gebrauchen. ;)

Ich würde mich natürlich über Feedback/Kritik freuen.

Download: http://itunes.apple.com/ch/app/easy-cooking/id400548734?mt=8

Sonntag, 14. November 2010

Beach + Heisses Wasser = Himmel ^ 2

Am Freitagmittag bin ich mit Gigi losgefahren. Unser Ziel: Coromandel. Dieses Stück Land liegt östlich von Auckland. Wir hatten keine konkreten Pläne, was wir alles anschauen wollten. Aus diesem Grund fuhren wir einfach mal los und legten in der Touristeninfo in Thames einen Zwischenstopp ein. Kurz darauf waren wir auch schon im Pak'n'Save am Essen einkaufen bis Sonntag.

Kauaeranga Valley
Nur etwa 20 Minuten von Thames ist das Kauraerange Gebiet entfernt. Nach einer Gravel Road entschieden wir uns, eine etwa 3 stündige Wanderung zu unternehmen. Diese war in Ordnung, wir sahen nichts Aussergewöhnliches (gut, es ist nun nach dem Milford Track auch schwierig, mir irgend eine andere Wanderung zu servieren). Es hatte ein bisschen Wasser in den Flüssen und den einen Wasserfall, den es hatte konnte man nur von Weitem sehen. Es war ziemlich alles ausgetrocknet. Dafür machten wir ordentlich Steigung und hatten dann oben eine gute Aussicht. Wir konnten dann noch über die ~100 Jährige Geschichte was erfahren, als sie damals Bäume aus dieser Region rausbrachten, mit Eisenbahn-Schienen und Winde. Ziemlich erstaunlich, was diese Leute zu dieser Zeit hinkriegten.

Hoffmans Pool
Gigi hatte auf der Karte noch irgendeinen Pool entdeckt und wir dachten, etwas Wasser wäre sicher nicht schlecht. Auf dem Rückweg fanden wir dann den Pool. Es war einfach eine etwas tiefere Stelle im Bach, wo wir dann ein erfrischendes Bad nahmen. Es war ziemlich kalt.

Anschliessend fuhren wir weiter in Richtung Ostküste und übernachteten dann am Strassenrand, bei einer kleinen Ausfahrt. Wenn man zu Zweit ist, kann man das schon machen (alleine wäre es mir nicht so drum).

Hot Water Beach #1
Die Hot Water Beach ist DIE Beach, die man dort besuchen muss. Und das steht in jedem Reiseführer und ist weitherum bekannt. Touristisch ohne Ende. Nur ist es eben nicht irgendeine Beach, sondern eben die HOT WATER Beach. Und sie heisst so aus einem guten Grund. Es kommt heisses Water durch den Sand direkt an die Oberfläche. Alles was man dafür tun muss, ist sich einen eigenen Hot Pool graben. Dieses Spektakel ist aber nur zwei Mal am Tag möglich, nämlich zur Low Tide (Ebbe). Gut, dass dies nicht alle Touristen wissen. Beste Zeit, um einen Hot Pool zu graben, ist 2 Stunden vor bis 2 Stunden nach der Ebbe.

Wir zielten auf das Zeitfenster am Morgen früh. Dies hiess für uns um 05.30 Uhr aufstehen. Nach 06.00 Uhr waren wir am Parkplatz und sahen gerade die Sonne aufgehen. Die Stimmung war super. Wir wussten ja noch nicht, was uns erwartet. Badehosen montiert und Schaufel auf dem Buckel, ging es los zum richtigen Ort. Wir waren logischerweise nicht die Ersten. Es dampfte und machte, als wir dort ankamen. Es sah schon genial aus. Aber wir wollten natürlich unseren eigenen Pool. Neben einem existierenden Pool fingen wir an graben und ernteten aber nur kaltes Wasser. Weiter hinten passierte dasselbe erneut. Nach dem wir die Einheimischen um Rat fragten, gruben wir einen HOT POOL. Nur war dieser genau dort, wo die Quelle war. Es war ZU HEISS. Und wenn ich meine zu heiss, dann war das Wasser dort 60°. Da geht niemand rein. Also bauten wir unseren vierten Pool dann ziemlich nahe von dort und konnten dann so eine gute Mixtur an Wasser hinkriegen, so dass es eine perfekte Temperatur hatte. Wir genossen es einfach. Es war genial!
Wir blieben dort, bis die High Tide (Flut) unsere Wände einwarf und sich der Hot Pool in Luft auflöst. Das Geniale ist ja auch, dass nach jeder Flut die Beach wieder wie Neu aussieht.


Cathedral Cove
Der Tag war ja noch jung und so fuhren wir zur nahegelegenen und nicht weniger touristischen Cathedral Cove. Eigentlich wollten wir ein Kayak mieten um dahin zu paddeln, aber dies war nicht möglich. Sie boten nur Touren an und das wollten wir nicht. Und so absolvierten wir den 45 Minuten Spaziergang bis dahin. Mit den vielen Stopps und Abstechern benötigten wir am Schluss auch tatsächlich diese Zeit. Dort angekommen konnten wir diesen "Stein-Torbogen" bewundern. Es sah ziemlich gut aus. Die Beach gleich daneben wäre eine gute Picknick-Beach gewesen, das wir aber nicht dabei hatten.
Das Picknick nahmen wir dann an der Beach in Hahei.


Fischen als Zeitvertreib
Ich habe in meinem Van ja zwei Fischerruten. Es wurde dann mal Zeit, diese auszutesten. Und da Gigi die vordere Woche fischen war, besass er das nötige Handwerk. In Whitianga am Hafen versuchten wir unser Glück. Aber wie wir schon erwartet hatten, fingen wir (zum Glück) nichts. Eigentlich wollten wir nur etwas Zeit totschlagen, denn wir hatten eine andere Mission im Kopf.

Hot Water Beach #2
Uns hatte es am Morgen früh so gut an der Hot Water Beach gefallen, dass wir da nochmals hin wollten. Die Ebbe war auf 19.23 angesetzt. Somit konnten wir nach 17.00 Uhr mit Graben beginnen. Wir waren glücklicherweise aber schon 16.30 Uhr auf dem Parkplatz und sahen, was los war. Es hatte extrem viele Leute schon auf der Beach mit Schaufel - bereit - um zu starten, wenn denn das Wasser zurück geht.

Aber, wir hatten schon ein bisschen Vorwissen vom Morgen und wir wussten, wo die beiden Hauptquellen sind. Schade für all die vielen wartenden Leute, die viel zu weit oben waren. Wir waren 10 Sekunden vor Ort, kurz den Fuss in den Sand gegraben und wir wussten, wo unser Pool hinkommt, wenn die Zeit ready ist. Wir blieben dann einfach dort stehen und warteten und warteten und versuchten unser Glück schon früh, aber die Mauern wurden immer wieder von Wellen vernichtet.

Es war dann vielleicht 17.15 Uhr, als wir stärker als die Wellen waren und unser Mega-Pool so richtig im Bau war. Wir gaben uns natürlich nur mit dem grössten Pool mit den höchsten Mauern zufrieden. Und er war heiss. Wir hatten eine Stelle wo es zu heiss war. Mit einer etwas kälteren Stelle mischte sich das Ganze wieder richtig und wir konnten es einfach nur noch geniessen. Da störte es uns auch bald nicht mehr, dass wir DIE Attraktion waren mit unserem Pool. Und alle 2 Minuten wollte jemand den Zehen rein halten um zu glauben, dass es heiss war. Wenn man da so drin liegt, ist einfach alles perfekt, himmlisch, paradiesisch, wohltuend ... unbeschreiblich!!

Wir wollte uns logischerweise nicht entfernen und blieben in unserem Pool bis ans bittere Ende, bis sich unsere Mauern den Wellen beugen mussten und das war vielleicht etwa 21.45 Uhr. Satte 4 1/2 Stunden sassen wir da drin, genossen das Leben und kriegten eine Haut wie man sie wohl mit 90 hat.

Zurück im Van störte es uns auch nicht wirklich, dass wir noch das Abendessen kochen mussten. Wir blieben nämlich die Nacht direkt auf dem Parkplatz der Hot Water Beach.

Und wenn jetzt mal jemand vor Ort ist und die heisse Quelle sucht. Hier sind die Koordinaten: S 36°53.168' E 175°49.372'


Wentworth Falls
Ganz im Norden der Coromandel hätte es noch viele Gravel Roads gehabt. Wir entschieden uns dann aber für die südlichere, asphaltierte Variante. Dabei kamen wir bei den Wentworth Falls vorbei. Eine kurze Gravel Road führte zum Parkplatz, von wo wir etwa 45 Minuten benötigten bis wir den 50-Meter-Wasserfall sahen. Wenig später waren wir auch schon unten beim Wasserfall und bei Gigi dauerte es kaum eine Minute, lag er schon im Wasser. Es war allerdings ziemlich kalt (so nachdem wir uns 50° heisses Wasser gewohnt waren). Ich war dann natürlich auch noch im Wasser und liess den Wasserfall über meinen Kopf und Rücken laufen...


Den Goldgräbern auf der Spur
Weiter Richtung Auckland gab es nur noch einen Halt. Bei der Karangahake Gorge absolvierten wir sicher eine stündige Wanderung (nachdem wir nur 15 Minuten oder so wollten). Dieser Ort wurde früher von Goldgräbern genutzt und es gab auch einige Mienen zu besichtigen. Vielleicht nicht ideal, wenn die Stirnlampe im Van blieb. Aber mit Blitz der Kamera ging es dann schon irgendwie. Aber erneut eindrucklich, wie diese Leute dazumals ihre Aufgaben bewältigten.

Gigi beim Flughafen ausgesetzt
Wir fuhren dann den Resten bis Auckland und ich fuhr dann direkt zum Flughafen. Dort hat sich Gigi ein Auto gemietet und fährt nun in Richtung Süden (Wellington). Da ich ja am Dienstag noch eine Prüfung schreiben muss und dann wohl doch noch ein paar Tage länger brauche bis ich abschiedsbereit bin, lohnte es sich nicht für Gigi auf mich zu warten, da er Anfangs Dezember schon in Christchurch sein muss. Happy Travels Gigi!

Und jetzt ist es höchste Zeit, doch noch was für die Prüfung zu lernen, weil bei mir ist ja schon Montag, noch 23h und 50 Minuten bis zur Prüfung. ;)

Donnerstag, 11. November 2010

Zwei Seetaler machen die Strasse unsicher

Heute Abend habe ich Gigi in Auckland getroffen (ich ging mit ihm in die Berufsmatur und Berufsschule). Wir werden nun morgen zusammen und mit dem Van in Richtung Osten aufbrechen um die Coromandel Peninsula zu erkunden. Mal schauen, was wir da alles so erleben. Geplante Rueckkehr (so dass ich mich noch auf die Pruefung vom Dienstag vorbereiten kann) ist am Sonntag.

Mittwoch, 10. November 2010

Milford Track

Zusammenfassung
Was für eine Wanderung! 53.5 Kilometer absolut unbeschreiblich. Es ist absolut nachvollziehbar, dass diese Wanderung ganz oben auf Listen der schönsten Wanderungen der Welt steht. Teile davon könnte man bestimmt auch in der Schweiz sehen, aber wen interessiert das schon, ich bin ja jetzt in Neuseeland! Tipp: Die besten Bilder kommen dann zuunterst...

Anreise
Den Bus in Queenstown führte mich bis Te Anau, wo sich das Besucher-Zentrum des Fiordland Nationalparkes befindet. Dort musste ich meine Tickets abholen, die ich für die 3 Hütten während der Wanderung brauchte. Ausserdem die beiden Schiffs-Tickets um an den Start zu gelangen und vom Ende wieder zurück in die Zivilisation.
Ein anderer Bus fuhr dann bis zum Schiff. Eigentlich hätte ich dort das spätere Schiff gehabt, aber es regnete und es sah nicht so aus, dass ich dort für 3 Stunden Fotos machen konnte. Das Schiff hatte mehr als genügend Platz mich auch mitzunehmen.

Tag 1
Vom Schiffssteg bis zur ersten Hütte waren es nur 5 Kilometer. Man musste in der ersten Hütte übernachten, das ist so geregelt. Aber gegen einen kurzen ersten Tag im Regen hatte niemand etwas. Es regnete allerdings nicht sehr stark und so war es nicht so schlimm. Die Kamera wurde allerdings etwas feucht, da ich auf Bilder nicht verzichten wollte. Der Busch/Regenwald war sehr grün, sehr viel Moos überall, überwachsenes Zeugs, so Dinge die herunterhängen ... schwierig diese Dinge zu beschreiben, es war einfach sehr speziell. Der Regen machte alles etwas spezieller als sonst. Nach den ersten Kilometern war schon klar, dass es eine super Wanderung wird. Unterwegs habe ich Eva kennen gelernt, mit der ich den meisten Teil gelaufen bin.

Nachdem wir in der ersten Hütte angekommen waren, ging es auch nicht lange, bis sich die Sonne zeigte. Das verwandelte die ganze Umgebung ein bisschen, plötzlich waren Berge sichtbar die man vorher noch nicht gesehen hatte. Ziemlich eindrücklich. Ich ging dann wieder etwas Fotografieren...



Nach meinem Abendessen, das aus einem Fertig-Reis-Pack bestand, ging ich nochmals an den Fluss und versuchte ein paar Fliessend-Wasser-Fotos zu machen. Allerdings war ich schon reichlich spät und es klappte nicht so gut.



Tag 2
Das Wetter am Morgen versprach noch Sonnenschein. Aber die versteckte sich wenig später wieder. Die 16 Kilometer an diesem Tag waren aber sehr angenehm zu gehen. Nicht zu kalt, nicht zu warm. Für mich hiess das kurzes Shirt und 3/4 Hose, meine Standardausrüstung. Für Andere war es aber kälter, aber ich, der so viel schwitzt, bringt ja nichts, wenn ich meine Jacke voll schwitze... Der Weg war immer leicht steigend und führte ständig dem Fluss entlang. Der Fluss mit grünlichem Wasser war ebenfalls super anzusehen. Der Wanderweg selber war sehr abwechslungsreich und nach jeder Kurve irgendwie wieder wert ein Foto zu machen. Die Fotos sehen zwar alle sehr ähnlich aus, aber es war halt schon anders.

Heute war ich mehrheitlich alleine unterwegs. Ich habe dann immer wieder Einige bei den bekannten Lunch-Plätzen getroffen. Und die Regel, dass wenn man irgendwo stoppt, dass Andere auch stoppen, stimmt immer noch. Ich platzierte meinen Rucksack in der Nähe des Flusses, ging ein paar Fotos machen. 5 Minuten später waren 5 Personen dort. ;)

Auf diesem Abschnitt der Wanderung konnte man unzählige Wasserfälle von den steilen Felswänden links und rechts des Tales beobachten. Das Wetter erlaubte zwar nicht sehr gute Bilder, aber um einen Eindruck davon zu gewinnen war es sensationell. Ich machte noch einen Abstecher zum "Hidden Lake", der eigentlich geschlossen war. Aber man kann mich schwer aufhalten. Bei einem Wasserfall verliess ich ebenfalls den Weg und musste mir das von näher anschauen. Gleich daneben hatte es noch Schnee und wie eine kleine Grotte mit einem Wasserfall darin. Natürlich habe ich mir das genauer angeschaut.

Bei der zweiten Hütte angekommen, ging es wiederum nicht lange, bis sich das Wetter besserte. Das half mir bei einer Entscheidung, die ich mit mir herum trug. Denn ich las in meinem Wanderbuch, dass man bei gutem Wetter den Pass (den man am nächsten Tag sowieso überwinden musste) am Abend/Sonnenuntergang besteigen soll um die Aussicht zu geniessen und dann mit Stirnlampe wieder zur Hütte zurück zu kehren.

10 Kilometer + 500m Steigung extra
Nach dem Abendessen, so nach 18.00 Uhr startete ich. Es wollte mich niemand begleiten, interessanterweise. Ich startete wieder mit meinem kurzen Shirt, obwohl es schon merklich kühl war. Ich packte aber Thermo, Pullover, Kappe und Jacke in einen Sack und trug das neben Stativ und Kamera mit. Ich hatte noch Wasser und meine Stirnlampe dabei. Bald bemerkte ich, dass es da oben schon ziemlich cool wäre, auch noch mit Licht und so beeilte ich mich ein wenig. Nach knapp einer Stunde dachte ich ich wäre schon oben. Aber das war noch die Spitze aber es sah schon super aus. 10 Minuten später war ich beim höchsten Punkt und dort windete es! Es windete wirklich! Ich musste mein Stativ mit Steinen belegen, damit es nicht wegflog. Ziemlich eindrücklich. 5 Minuten später war ich bei der Berghütte angekommen (die übrigens die 4. Hütte ist, weil die anderen 3 wegflogen...). Zu meiner Überraschung traf ich dort Jo und Phil, ein pensioniertes Paar (das glaube ich jedenfalls), die den Wanderweg pflegen, bauen usw... Ich plauderte dann mit Ihnen einige Zeit, bevor ich kurz vor dem Sonnenuntergang zum höchsten Punkt aufbrach. Und etwas hatte ich vergessen - Handschuhe. Ich fror mir die Finger ab in diesem Wind. Ich spürte nicht mal mehr, wenn ich den Auslöser der Kamera drückte. Ich musste die Linke Hand zu Hilfe nehmen um den Finger der rechten Hand voll auf den Auslöser zu drücken ...

Als ich so da oben die rötliche Stimmung genoss war ich extrem schadenfroh, dass ich der Einzige war, der dies miterleben durfte. Ich fühlte mich super da oben. Glücklich und froh da zu sein, obwohl ich mir den Arsch abfror. Kurz nachdem die roten Wolken verschwanden, begab ich mich auf den Abstieg.


Der Weg nach unten war mit der Stirnlampe kein Problem. Ich war voll auf den Weg konzentriert und musste ja keine Bilder mehr machen. Ich war in nur 50 Minuten wieder bei der Hütte. Reich an unbeschreiblichen Eindrücken konnte ich super schlafen.

Tag 3
Am Morgen des dritten Tages verspürte ich ganz leicht schwere Beine, aber nicht Besorgnis erregend. Ich startete etwas später als viele Andere, aber das Wetter schaute noch nicht so toll aus, um auf dem Pass zu sein. Ich kannte ja den Weg schon bestens und war auch mit schwerem Rucksack ordentlich zügig unterwegs und überholte Viele. Eva überholte ich auf halbem Weg und wartete dann oben auf sie. Es war ziemlich windig auch schon vor dem höchsten Punkt und so legte ich meine Windjacke auch schon früher an. Die Aussicht kannte ich ja schon, aber die andere Sonneneinstrahlung und die tiefen Wolken machten es dennoch zu etwas Neuem.

Speziell war auch, dass es am höchsten Punkt vereist war. Die Pflanzen waren gefroren und das Schild hatte noch ein paar Eiszapfen. Das war am Abend zuvor noch nicht, aber wenigstens illustriert es ungefähr die Temperatur.

Dann kam vielleicht der schlimmste Teil der Wanderung. Andere würden es begrüssen, aber ich tat es nicht. 900 Höhenmeter runter in einigen Stunden bis zur nächsten Hütte. Runter an sich geht ja noch, aber mit schwerem Rucksack geht einfach alles in die Knie. Wenigstens entschädigte der Weg für die Schmerzen. Es ging einem Bergbach entlang nach unten mit etlichen Wasserfällen. Ziemlich eindrücklich (wie viele Male habe ich nun "eindrücklich" schon gebraucht...).

Im Flachen konnte man dann noch einen Abstecher zum höchsten Wasserfall Neuseelands machen - den Sutherland Wasserfall. Höhe: 580 Meter. Aber nicht an einem Stück. Er ist in drei Wasserfälle unterteilt. Und meine Güte, er war mächtig gross! (Vergleich Eiffelturm: 320 Meter). Die Wassermassen, die vom Berg herab preschten waren krass. Ich mag ja keine riesigen Wasserfälle, aber dieser hatte trotzdem etwas Magisches. Das Spiel mit Licht/Sonne und Wasser-"Wolken" war irgendwie cool. Das Fotografieren war fast unmöglich, jedenfalls das Objektiv trocken zu halten so dass man nicht etliche Wassertropfen auf den Bildern hatte...
Eva und ich beschlossen, hinter den Wasserfall zu klettern. Das macht man anscheinend so. Es war ein kleines Abenteuer für sich. Man konnte kaum noch sehen, der Wind war so stark. Man war wohl nässer als wenn man baden gegangen wäre. Öffnete man die Augen, hatte man einen ständigen Regenbogen vor den Augen. Faszinierend!


Der letzte Teil bis zur nächsten Hütte dauerte dann glücklicherweise nur noch eine Stunde. Ein langer, aber sehr sonniger Tag ging zu Ende. Für mich war es noch nicht ganz zu Ende. Kurz bevor es zu dunkel wurde, ging ich zum nahe gelegenen Fluss und machte wieder einmal ein paar Fliessen-Wasser-Fotos - ich liebe es einfach!

Tag 4
Wir glaubten es kaum, dass es bereits der letzte Tag war. Das Wetter war super, keine Wolke am Himmel. Die letzten 18 Kilometer ging mehr oder weniger bergab oder flach, nur wenige kleine Steigungen. Der Weg wurde nie langweilig und einige Wasserfälle durften auch nicht fehlen. Das Ziel lag an einem See. Der Ort hiess Sandfly Point (Sandfliegen Punkt). Und zu den Sandfliegen kann man weiter unten lesen... jedenfalls dort angekommen und ein paar Touristen-Fotos gemacht, stiegen wir aufs wartende Boot, das uns nach Milford Sound brachte. Und was wäre besser, als nach einer Wanderung dort anzukommen? Es war spektakulär. Die Berge ragen bis zu 1600 Metern fast senkrecht vom See in den Himmel. Es war dann auch wenig später klar, dass dies einer DER Touristenorte Neuseelands sein muss.

Ja, das wars, die Wanderung war zu Ende. Ich könnte ja wieder tausende Adjektive aufzählen, aber dennoch könnte ich nicht zu 100% beschreiben, wie es wirklich war. Es war einfach nur sehr, sehr toll. Absolut weiter zu empfehlen!

Hütten
Die Hütten waren sehr luxuriös. Mit Matratzen und fast komfortabel viel Platz. Man muss also kein Zelt und kein Mätteli mitschleppen. Sehr edel. Es hatte auch immer einen grossen Aufenthaltsraum zum alle 40 Leute zu versorgen.

Andere Leute
Es hat 40 "unabhängige" Wanderer auf der Wanderung + noch "geführte" Wanderer (wie viele das sind, weiss ich allerdings nicht). Man kann relativ gut steuern, wann man auf Wanderung geht. So sieht man eigentlich unterwegs nicht sehr viele Leute und das Gefühl, es könnte überlaufen sein, kommt nie auf. Ist doch toll, kann man am Abend noch über Gott und die Welt mit anderen Leuten quatschen ...

Sandfliegen
Ich glaube überall im Fiordland-Nationalpark hat es Sandfliegen. Diese kleinen Bastarde können ganz schön ärgerlich sein. Sie stechen und das beisst dann noch ewigs. Es gibt natürlich so Insekten-Mittel womit man sicher mehr als einmal pro Tag einsprüht. Die Meisten hatte es um die Hütten herum und am "Sandfly Point". Ich glaube mich hat es nie so richtig erwischt... mein Blut ist halt nicht so gut.

Rückreise
Von Milford Sound bis nach Queenstown hatte ich einen richtigen Car und es dauerte ewigs, bis wir in Queenstown waren - so in etwa 3-4 Stunden, wenn ich mich richtig erinnere.

Dienstag, 9. November 2010

Queenstown + Geocaching

Ich bin wieder zurück in Auckland und beginne mal mit dem einfachen Teil. Nämlich das "Vor" und das "Nach" der Wanderung.

Am 3. November flog ich nach Queenstown. Dort habe ich einen Shuttle-Service in die Stadt genommen und der hat mich auch gleich bei meinem Backpacker Hostel abgeladen. Ich stellte kurz meinen Rucksack im Zimmer ab und habe mich anschliessend auf einen Spaziergang durch Queenstown mit GPS-Gerät begeben. (Danke an Chris und Vera, die mir ihr altes GPS-Gerät ausgeliehen haben). Ich war also auf Geocaching-Suche. Den ersten Cache (ein Mikro-Cache), konnte ich schon einmal nicht finden. Ich weiss, dass ich am richtigen Ort war, aber der muss so klein sein, dass ich ihn nicht fand. Es ist auch immer schwierig, wenn es sehr viele Leute drumherum hat.

Anschliessend ging es weiter in den botanischen Garten wo es nochmals 3 Caches zu finden gab. Die fand ich aber alle und habe schön meinen Logbuch-Eintrag mit meinem Namen hinterlassen.

Zurück im Hostel habe ich mir VIEL Pasta gekocht, weil ich ja auf eine Wanderung startete. Das kleinste Pack war 375 Gramm exkl. Sauce, was ich allesamt verschlang. Ich wollte ja nicht noch Angefangenes mitschleppen.

Am nächsten Morgen gings früh los. Um 06.00 Uhr checkte ich aus und ass meine obligaten Nutella-Brote. Um 07.00 Uhr hatte ich dann einen Bus, der mich zu meiner Wanderung brachte...

...

Zurück in Queenstown gegen Abend, müde von der Wanderung, reich von Eindrücken, wackelte ich in Richtung Supermarkt und habe mir (wie kann es auch anders sein) Pasta gekauft mit Sauce. Der Weg zu meinem Backpacker Hostel (es war ein Anderes als das Letzte) war länger als angenommen. Endlich angekommen, war aber das Büro schon zu. Aber ich hatte ja vorreserviert, so hing da mein Schlüssel bereit. "Meier - Raum 8". Neben Kochen und Essen und ein wenig Lesen brachte nicht mehr viel zu Stande und ging schlafen.

Am Morgen voller Tatendrang wollte ich zu den Remarkables. Das ist da so eine Region mit hohen Bergen, die man von überall in Queenstown sehen kann. Fakt war, dass es dort oben zwei Geo-Caches hatte und ich diese finden wollte. Problem war, da fährt keiner hoch. Es hat ein Skigebiet da oben das nun mehr oder weniger geschlossen war. So blieb nur eine Option: Ein Auto mieten. Das machte ich dann auch und ich erhielt einen Ford Focus. Das Praktische war, dass ich diesen am nächsten Morgen am Flughafen abstellen konnte.
Kurz zurück gefahren ins Hostel, habe ich alles Notwendige eingepackt (oder doch nicht alles, wie sich später heraus stellte): GPS, Kamera, Stativ. :)
Ich fuhr dann los in Richtung Ski-Gebiet. Nach 10 Minuten hielt ich an und nahm einen Deutschen mit, der am Strassenrand stand. Ich konnte ihn aber nur für 5 Minuten mitnehmen, weil ich dann zum Ski-Gebiet abbiegen musste. Der Weg hoch war lange - 15 Kilometer Gravel Road. Aber das kümmerte mich mit meinem Miet-Auto wenig. ;)
Oben angekommen, staunte ich nicht schlecht, dass sie immer noch einen Teil der Pisten beschneiten. Ansonsten sah es ziemlich winterlich aus. Aber es hatte nicht nur Schnee. Bestückt mit einer 1:50'000 Karte und GPS ging es dann also los in Richtung 1. Cache. Ich wollte einen See finden. Das dauerte dann aber recht lange, bis ich heraus fand, dass der noch gefroren war. Das GPS zeigte in alle Richtungen, so musste ich mehr mit der Karte arbeiten. Schlussendlich lotste mich aber das GPS zum richtigen Felsen und ich fand die Box. Der Weg dahin war allerdings alles querfeldein, über Steine und Schnee. Aber die Umgebung war super! Und hier zeigte sich spätestens, dass eine Sonnenbrille sehr praktisch gewesen wäre...

So, das war ja noch einfach. Der 2. Cache war eine andere Herausforderung. Kurz die Karte konsoltiert, war klar, wo sich dieser befand. Ich begann dann mal den Berg zu besteigen. Trotz Schnee zwischendurch war aber jeder Schritt sicher. Der felsige Untergrund war kein Problem. Es dauerte ein Weilchen bis ich auf 2200 M.ü.M. den Cache fand. Die Aussicht war grandios. Man konnte nach Queenstown sehen und den ganzen See und die Berglandschaft rundherum mit allen schneebedeckten Gipfeln war jeder Höhenmeter wert!!

Zufrieden kletterte ich wieder runter zum Auto. Es war ja erst Nachmittag, so beschloss ich noch mehr Caches zu finden, wenn ich schon ein Auto hatte. So fuhr ich noch herum bis 19.00 Uhr und fand insgesamt 7 Caches an diesem Tag, eine gute Bilanz.

Zurück im Hostel kochte ich den Resten Teigwaren und ein paar Würste mit Ketchup. Mhh.. fein! Die Würste waren besser als sie aussahen.

Der letzte Morgen war nochmals ereignisreich. Dies weil ich beschloss, vor dem Flughafen noch meinen letzten Cache zu finden. Es dauerte aber etwas länger als geplant, bis ich schlussendlich beim Cache war. Auf dem Weg zurück zum Flughafen bemerkte ich, dass ich das Auto auch noch volltanken muss. Es ging dann alles ziemlich genau auf. Ich checkte 2 Minuten bevor es zu spät war ein. Eine halbe Stunde später war ich in der Luft. 2 Stunden später in Auckland. Und 3 Stunden später zurück im Haus.

Eine brilliante Woche ging zu Ende. Queenstown ist eine lustige kleine Stadt. Alles dreht sich dort um Abenteuer. Läuft man durch die Strasse, könnte man innert 10 Minuten 3 Bungy-, 2 Jetboat-, 1 Canyoning-, 1 Wildwasser-, 2 4WD- Trips buchen. So ungefähr jedenfalls. Ich freue mich jetzt schon auf die Rückkehr in diese geniale Region Neuseelands...