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Samstag, 12. Februar 2011

40% Great Walk

Heute sollte es regnen, aber das tat es nicht wirklich. Es war sehr bewölkt und sah so aus, als es nächstes beginnen würde. Aus diesem Grund beschlossen wir, etwas zu machen, das man auch bei Regen machen kann. Nämlich Rennen. Und da ich die Wanderung schon gelaufen war, war Rennen eine gute Alternative! Unser Gepäck bestand aus dem Camelbak-Rucksack mit 2 Liter Wasser, 7 Riegeln und 1 Videokamera und 1 iPhone mit Cyclemeter-App.

Wir buchten das 09.00 Uhr Wassertaxi. Wir waren dann etwas überrascht, dass wir noch am Land ins Boot einsteigen mussten. Ein Traktor hat uns dann samt Anhänger und Boot an den Beach gefahren. Da es noch Low Tide war, ging es erst mal ein Weilchen, bis wir ans Wasser kamen. Der Traktor leistete vollen Einsatz und wäre wohl bald in den Wellen untergangen – aber wenigstens waren wir jetzt mit dem Boot auf bekanntem Untergrund.

Die Fahrt dauerte rund 1 Stunde und dann kamen wir bei der Bark Bay an. Die Sonne zeigte sich schon ein bisschen und die Hoffnung war gross, dass das Wetter gut wird.

GPS gestartet und Schuhe wieder montiert, ging es los. Die ersten paar Kilometer ging es mehrheitlich durch das Inland. Aber bald war klar, dass das Wetter besser wird. Die Sonne zeigte sich immer mehr. Wir kamen dann an ein paar schönen Stellen vorbei wo man erkennen konnte, wie schön das türkisfarbene Wasser und der goldene Sand aussehen.

In Torrent Bay angekommen, querten wir das Meer bei Low Tide. Das musste ich Adi schliesslich auch noch zeigen. Und da soll mal noch einer behaupten wir könnten nicht über das Wasser gehen. ;)

Das Ganze war ein kleiner Umweg, denn wir rannten anschliessend zum Cleopatras Pool (das Einzige Teilstück, das ich vor 1 ½ Monaten noch nicht sah). Angekommen, waren wir begeistert. Es war niemand da, grünliches Wasser mit Wasserfall im Hintergrund. 2 Minuten später war Adi am planschen, 10 Minuten später dann auch endlich der Kopf unter Wasser. Ich tat ihm das wenig später gleich. Unterdessen hatte aber Adi noch eine „Rutschbahn“ entdeckt, die vom Wasserfall in den Pool führte. Wohl nicht ganz legal das Ganze. Aber es sah lustig aus und Adi schien Freude daran zu haben – denn es folgte noch ein 2. und 3. Durchgang.

Genug pausiert, starteten wir zum letzten Teilstück unseres Halbmarathons. Ich führte die ersten 15 Minuten an, dann übernahm Adi das Zepter. Und wie. Ich konnte ihm ja kaum folgen. Da frage ich mich schon – kaum 7 Monate weg – ist Adi zum Super-Athlet mutiert... Glücklicherweise wollte er dann plötzlich doch ein paar Schritte normal laufen – da hatte ich nichts dagegen.

2 Kilometer vor dem Ende legten wir einen Schwimmstopp ein bei einem schönen Beach. Mit Schuhen und Laufhosen gingen wir im klaren Wasser baden. Eine meiner ersten und letzten wirklichen Bade-Aktionen im Meer während meinen 7 Monaten...

Wer kennt den Effekt vom Salzwasser auf den Wolf? Ich kenne ihn jetzt – und ich sage euch, es brennt. Die restlichen Kilometer waren kein Spass. Aber da muss man halt durch!

Ein gelungener Tag bei schlussendlich sonnigen 30°. So schön kann ein Regentag sein. Das Eis und das kühle Fanta hatten wir nach den 21.91km und 362 Meter Steigung redlich verdient.


Letzter Abend
Wir sind nach dem Abel Tasman Nationalpark weiter gefahren an die Ostküste nach Kaikoura. Hier haben wir ein Cabin in einem Motel gefunden – 7 Betten, 1 Dusche und WC, alles für uns. Das letzte Abendessen in Neuseeland haben wir in einem Restaurant genossen. Gepackt ist auch schon halbwegs, also alles bereit für den morgigen Tag.

Freitag, 11. Februar 2011

1 1/2 Stunden Action!

Für heute hatten wir etwas Spezielles gebucht – nämlich eine Quad Bike Tour. Nachdem ich es in Australien nie geschafft hatte, eine solche Tour zu machen wurde es nun höchste Zeit. Das Wetter war grandios heute und für Westküste-Verhältnisse eher aussergewöhnlich. ;)

Aber zuerst mussten wir den Morgen noch irgendwie durchbringen. Dazu fuhren wir noch zum Cape Foulwind und besichtigten einen nicht sehr spektakulären Leuchtturm. Danach fuhren wir noch zur nahe gelegenen Seelöwen Kolonie. Von dieser Gruppe waren aber nicht gerade viele am Land. Etwa 2 oder 3 Seelöwen konnten wir aus der Distanz erspähen.

Spass pur!
Nun war es an der Zeit, zum Ort des Geschehens zu fahren. Wir waren eine Gruppe von 4. Das Lustige war, die anderen Beiden waren auch Schweizer. Der Instruktor hat uns dann innerhalb von einer Minute schnell die Funktionsweise des Quad erklärt. Das ging etwas schnell. Ich musste dann ab und zu nachfragen. Es wurde also nicht lange gezögert und wir waren mit Gummistiefeln, Helm und schneller, gelber Brille unterwegs.
Zuerst hat mich das ständig durchgeschüttelt und ich war mehr beschäftigt die Gangschaltung richtig zu handhaben. Ich war der erste Fahrer hinter dem Instruktor, weil ich der einzige Anfänger war. So war ich auch ständig unter Druck, damit es den Anderen nicht langweilig wird hinter mir.

Wir sind auf einem 15 ha grossen Gelände herum gefahren, wo es alles vordefinierte Quad Bike Spuren hat. Es ging über Stock und Stein, Wald und Wurzeln, Sand und Wasser. Kurven gab es auch und dann musste man das Gewicht richtig verteilen, man wollte ja nicht umkippen und $30 Strafe bezahlen.

Bei einem Fluss konnten wir noch durch das Wasser fahren. An einigen Stellen gab es Schlammlöcher und man musste aufpassen, dass man nicht stecken blieb. Aber das gelang nicht immer. So ist sicher jeder einmal stecken geblieben und es dauerte dann immer ein wenig, bis der Quad wieder draussen war.

Wenn man in einer solchen Gruppe unterwegs ist, kann es auch schnell mal vorkommen, dass man den Anschluss verliert. Aber wir haben uns jeweils schnell wieder gefunden.

Es war echt sehr viel Spass und das Geld auf jeden Fall wert!


Neuseelands längste Hängebrücke
Auf dem Weg in Richtung Nelson haben wir noch einen Stopp eingelegt bei der längsten Hängebrücke. Wir mussten sogar $5 bezahlen, damit wir drüber laufen konnten. Wenigstens konnten wir auf der anderen Seite noch eine 15 Minuten Wanderung anhängen, wo man noch die Schlucht etwas besser erleben konnte. Die Brücke an sich ist nett, aber nicht gerade der Höhepunkt. Das Seilbähnli neben dran wo man wie auf dem Spielplatz von A nach B fahren kann war zu viel des Guten. Dafür haben wir zum Glück nicht bezahlt!


Aussichten
Wir sind nun in Marahau (Nördlich von Nelson) angekommen. Wir werden hier übernachten und uns morgen den Abel Tasman Track ansehen, beziehungsweise ich werde ihn Adi zeigen.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Eine türkis-goldene Autobahn

Ich habe soeben Great Walk #5 absolviert. Der Abel Tasman Coast Track war wiederum eine sehr andere Wanderung als das was ich bisher gemacht habe. Der Weg führte mehrheitlich die Meerküste entlang und man konnte immer wieder beeindruckende Beaches sehen. Zum Glück ging es nicht nur der Küste nach und es ging mal wieder rein in den Regenwald um die Abwechslung am Leben zu erhalten. Der Weg ist eine Autobahn, zweispurig und kinderwagengerecht. Kommt mal eine Wurzel muss man gerade aufpassen, weil sich die Füsse nicht ans grosse Heben gewöhnt sind. Die Beaches sind sagenhaft. Der Sand ist goldig und das Wasser türkis-blau. Der Regenwald grün. Und der Himmel dunkelblau. Fürs Fotografieren: ideal. So ist es, wenn alles so ist wie es sein sollte, wie bei mir am ersten Tag von Marahau nach Anchorage. Ich lief sozusagen von Beach zu Beach und hatte jedes Mal das Gefühl, die Neuere ist jetzt noch besser als die Letzte. Aber das dachten sich wohl auch viele Andere, denn die Beaches waren ziemlich belagert. Immer wieder eine Herausforderung, ein Foto ohne Leute zu machen. Ein Foto ohne Boot hingegen wurde sehr schwierig. Was da alles auf dem Wasser unterwegs war, unglaublich: Kayak, Wasser-Taxi, Wasser-Töff, Wasser-Skis, Segelboote, Wakeboards, ... hunderte von Geräten.

Mein Begleiter
Ich reise anscheinend nicht mehr allein. Nach Tongariro und Nelson Lakes habe ich es wieder mal geschafft, einen groben Regentag einzufangen. Der zweite Tag präsentierte sich grau. Dennoch regnete es zu Beginn noch nicht. Aber die „schwarze Wand“ mit Regenbogen war ersichtlich. Da man auf dem Abel Tasman Track sich nicht nach Gemüt auf die Wanderung begibt, sondern eher nach dem Zeitplan der Gezeiten, war eine Ebbe-Querung um ca. 08.00 – 09.00 Uhr nach der Hütte erforderlich. Weil dies nicht die letzte Passage des Tages war, musste ich mir überlegen, was ich denn innerhalb dieser ca. 12 Stunden denn alles so tun soll. Ich begab mich auf einen Side-Trip. Der „Falls River Track“ tönte zwar gut, aber entsprach bei Weitem nicht meinen Erwartungen. Für die angegeben 3 Stunden brauchte ich zwar nur 2, aber am Ende des Weges war nicht viel zu sehen. Leider. Zum Glück konnte ich unterwegs noch ein paar Überwachsene-Steine-im-Fluss-mit-Regenwald-im-Hintergrund-Fotos machen. Somit war es wenigstens nicht ganz ein Reinfall.

Zurück zum Regen. Inzwischen hat es angefangen zu nieseln und das ist ja ganz angenehm. Aber ich befand mich im Regenwald und kombiniert mit etwas Sonne verwandelte sich das in eine Sauna. Ich machte mit meinem Schweiss dem Regen in Anzahl Tropfen wohl Konkurrenz. Nach zwei Stunden kam ich zur Bark Bay Hütte, wo ich meinen verlängerten Lunch-Stopp einlegte. Verlängert deshalb, weil ich auf die Flut warten musste. Ich spielte ein bisschen „Canasta“ mit einem tschechischen Paar. Das ist wohl dort ein bekanntes Spiel.

Etwas lesen (aber nicht zu viel, nicht dass das Buch zu früh fertig ist) und schlafen und dann war es dann etwa 16.00 Uhr, so dass ich langsam loslegen konnte. Nach gut einer Stunde kamen wir (Paar aus Auckland und ich) bei der Passage an. Aber die war harmlos. Kurz die Schuhe ausgezogen ging das Ruck-Zuck.

Inzwischen regnete es schon intensiver und als wir bei der Awaroa Hütte ankamen, waren wir auch schon angenehm nass. Kalt war es nicht, aber nass. Die Hütte war vollgestopft mit Leuten und der Ofen an, also so richtig aufgewärmt.

Ja, der heutige Tag war nicht sehr spektakulär. Wenn die Sonne nicht da ist, dann gibt es kein Gold und kein Türkis an den Beaches und der Himmel ist nicht blau. Alles was bleibt ist der grüne Regenwald. =)

Der Wetterbericht des Hüttenwartes sagte 100mm Regen für die Nacht voraus, was wohl ziemlich viel ist. Aber es war auch ziemlich heftig. Es stürmte. Einige nahegelegene Zeltbewohner zogen es vor, in der Hütte am Boden zu übernachten anstatt die Überreste des Zeltes zu suchen.

Flut anstatt Ebbe
Es regnete am Morgen noch immer. Die heikle Passage, die es direkt neben der Hütte zu überqueren galt war voller Wasser. Das Lustige daran, es war Ebbe. Die beiden „Bächlein“, die wohl eher ein Fluss waren, brachten so viel Wasser von den Hügeln, dass eben das ganze Becken voll war anstatt leer. So ging dann bald die Nachricht um, dass wir nicht queren können.

Für die Einen war das doof, für die Anderen weniger schlimm. Für mich war es nicht akzeptabel. Für mich war klar: Great Walk beenden. Viele hatten ein Wasser-Taxi von der nächsten „Ortschaft“ gebucht. Für diese gab es dann eine andere Option. Am ganzen Tag fuhr genau EIN Boot auf dem ganzen Track. Zur Erinnerung: An anderen Tagen wären es Hunderte. Dieses Boot fuhr aber erst am Nachmittag, wenn sich das Wetter bzw. das raue Meer etwas erholt hat. Die Option war vorhanden, dass man im nächsten Ort landen könnte, aber keine Garantie. Ich wäre lieber eine Nacht länger in der Hütte geblieben, als den Track vorzeitig zu beenden.

So kam es, dass ich das machte, was sonst niemand machte. Ich querte die Passage mit Hilfe eines DOC-Hüttenwartes, der zum nahegelegenen Parkplatz wollte. Die tiefste Passage war Bauchnabel-tief (eben, bei Ebbe, versteht sich) und ich musste den Rucksack über dem Kopf tragen. Aber eine Strömung war nicht vorhanden und die Wellen hatten sich in der letzten Stunde genug abgeflacht. Also, es war kein Problem.

Sonne ja, Wind auch
Der Tag präsentierte sich dann bald wieder sonniger. Aber windig blieb es bis zum Schluss. So richtig schöne Beaches wie am ersten Tag habe ich keine mehr gesehen, aber goldiger Sand zu Hauf. Nördlich dieser Ortschaft, an den Namen ich mich gerade nicht erinnern kann, wurden die Leute weniger. Viele hören frühzeitig auf und nehmen das Wassertaxi, das weiter nördlich nicht mehr fährt. Mir gefiel das, so hatte ich den breiten Wanderweg für mich. Bei der Mutton Cove Beach habe ich dann die ersten zwei Seehunde (Seals) gesehen. Die waren aber beide sehr müde und ausser mich anfauchen hatten sie nichts auf dem Programm.

Ich machte dann noch einen Abstecher zum Separation Point, wo man normalerweise auch Seehunde beobachten kann. Ich sah leider nur zwei dort, aber immerhin. Aber die wollten mir auch kein interessanteres Programm bieten. Es war extrem windig hier. Zwei Meere fliessen hier zusammen und man konnte es an den Farben im Meer irgendwie erkennen.

Eine Stunde später war ich bei der letzten Hütte – Whariwharangi (ausgesprochen: Färifärängi) angekommen. Eine aussergewöhnlich historische Hütte. Richtig altertümlich. Diese Hütte diente mal als Haus für ein paar Siedler. Nachdem das Feuer endlich brannte, spielte ich mit Tim (Australier) eine Runde Schach. Dass er gelegentlich als Schach-Trainer fungierte, sagte er mir erst während dem Spiel. Erwartungsgemäss habe ich verloren.

Perfekter Tag zum Schluss
Der letzte Tag war super sonnig und ohne Wolken. Nur waren es nur noch gut eine Stunde zu laufen von der Hütte. Tim und ich machten zwar noch einen Abstecher zum Taupo Point aber nichts Erwähnenswertes dort. Wir fanden noch zwei Geocaches auf dem Weg. In der Nähe des Parkplatzes habe ich noch mit einem Kiwi geredet, der dort mit seinem Boot ankerte. Sein Mast hat es gestern gebrochen – also es hat wohl ziemlich gestürmt. Um 11.30 Uhr fuhr der Bus zurück nach Nelson – mit zwei Mal umsteigen. ;)