Mittwoch, 1. Dezember 2010

Eine andere Welt

“There are some things in life that you must experience for yourself” hiess es auf dem Flyer und das trifft es eigentlich ziemlich genau. Übersetzt heisst das so viel wie “Es gibt Dinge im Leben die man selbst erlebt haben muss”.

Ich buchte heute eine Tour (das mache ich normalerweise eigentlich nicht) und fuhr mit dem Boot circa 2 Stunden entfernt von Whakatane zur Vulkaninsel „White Island“. Dies ist ein aktiver Vulkan.

Wir ankerten in einer Bucht und wurden dann mit einem Gummiboot auf die Insel gebracht. Dann setzte ich Fuss auf den Boden einer anderen Welt. Man konnte den Schwefel schon vom Boot aus riechen. Aus diesem Grund kriegten wir auch eine Gas-Maske (die allerdings angenehmer zu tragen war als die CH-Gasmaske). Ein Helm gehörte auch zur Ausrüstung. Am Anfang lachte ich noch über die Gasmaske, aber wenig später war klar, dass diese doch nicht so doof ist. Weil der Schwefel-Gestank wurde so extrem, dass man stark hustete. Da es leicht regnete kam auch immer wieder komisches Zeugs in die Augen, das nicht brannte, aber irgendwie komisch war.
Es war dann schon etwas kurios, als die Dame am Anfang der Tour erklärte, was zu tun ist, bei einer möglichen Eruption. Kurios deshalb, weil sie es fast humoristisch erzählte, obwohl das ja gar nicht so lustig war weil wir uns ja auf einem aktiven Vulkan befanden…

Wir trotteten dann durch das Vulkangestein in Richtung Rauch. Es ist schwierig zu erklären, aber wir befanden uns eigentlich im Krater. Es dampfte überall und blubberte und machte, das Gestein und die Farben liessen erkennen, dass einfach alles irreal ist, unvorstellbar. Es bebte nicht oder war gefährlich, es war einfach nur eindrücklich. Wir erreichten dann auch noch den Kratersee, der ganz schön grün gefärbt war. Wir konnten aber das alles nicht ganz so toll sehen, weil ja eben, das Wetter, ziemlich schlecht war.

Die letzte Station der kleinen Wanderung führte an den Überresten der „Werkstatt“ vorbei. Es gab also Leute, die haben dort auf der Insel Schwefel abgebaut, Schwefel erhitzt und somit vom Gestein gelöst, getrocknet und verschifft. Während der ganzen Wanderung hörte man alle diese Storys über irgendwelche Leute die auf der Insel beim Abbau oder sonstigen Entdeckungsmissionen umkamen. Einmal war eine Eruption und das einzige Lebewesen, das überlebt hatte, war eine Katze, die anscheinend, nach Legende, auf dem Wasser zum Boot gerannt sei, als die ersten "Retter" kamen.

Die Tour war nicht ganz billig, aber dennoch habe ich das Gefühl, es hat sich gelohnt. Es war speziell und irgendwie nicht ganz fassbar. Und einmal mehr, zeigte sich, was Neuseeland doch so viele komplett verschiedene Dinge zu bieten hat.

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