Samstag, 25. Dezember 2010

Magnifique, formidable, merveilleux!

Der 23. Dezember präsentierte sich vom feinsten Wetter. Ein krasser Kontrast zum Vorabend. Wir freuten uns riesig auf unsere 3-Tages-Wanderung. Wir fuhren hoch bis zum Mt Robert Parkplatz. Von dort starteten wir die Wanderung und wählten die Route über den Rücken um zur Angelus Hütte zu gelangen. Ich war im ersten Anstieg vor allem mit Geocaching beschäftigt. Als wir dann die Steigung mehr oder weniger überwältigt hatten und auf dem Rücken unterwegs waren, genossen wir die grandiose Aussicht über die Region und die Wolkenspiele am Himmel.


Um 12.31 Uhr legten wir einen Lunch-Stopp ein wo ich mich vor allem über meinen neuesten Brot-Kauf ärgerte. Es war irgendwie nicht so toll. Mit Salami gings aber gut runter.

Der Weg wurde immer interessanter und bald ging es mehr um Steine-hüpfen als eigentliches Wandern. Deswegen benötigte man auch einiges länger um an Distanz zu gewinnen. Aber die Aussicht entschädigte immer wieder. An einem Punkt beobachteten wir ein Segelflugzeug das in der Nähe ein paar Kurven drehte. Nach Stunden kamen wir rauf auf einen Hügel und dann konnten wir erstmals zur Hütte sehen und das war irgendwie ein toller Moment. Erstens war es gutes Wetter, zweitens war die Hütte direkt am See platziert und drittens war es einfach ein tolles Bild. Zu alledem spielte sich irgendwie etwas Komisches um die Sonne herum ab. Die Sonne war umgeben von einem Ring, irgendwie sah es aus wie ein Regenbogen, war es aber nicht – ein perfekter Kreis. So was habe ich noch nie zuvor gesehen.


Eine halbe Stunde später wurden wir in der Hütte freundlich begrüsst von Jungs aus Israel und einem Kanadier. Ziemlich lustige Truppe, wie sich heraus stellte. ;=) Es war ja so herrlich sonnig und der See lud fast ein zu einem Bad. Ich überredete dann noch Philippe und so gab es auch für mich kein Zurück mehr. Ruck zuck waren wir im See und genau so schnell auch wieder draussen. Erfrischend war es allemal, aber zum länger Baden definitiv zu kalt.

Danach war ich wieder mal mit Holz spalten beschäftigt und das Feuer in Betrieb nehmen. Ich bekam Unterstützung vom Kanadier, der sich aber zuerst mit einer Spielzeug-Axt versuchte, bevor ich die richtige Waffe doch noch fand.

Den Abend verbrachten wir mit Pasta essen, UNO und „Arschloch“ spielen.

Erinnerungen kamen hoch
Der Wetterbericht für den 24. war nicht gut. Und am Morgen zeigte sich das dann auch! Regen und Wind und das ziemlich stark. Und auf 1650 M.ü.M. war es auch nicht sonderlich warm. Es war etwa das Bild, das ich von der Tongariro Crossing in Erinnerung hatte. Mich brachten eigentlich keine zehn Pferde da raus. Ich war dann sehr schnell damit einverstanden, nochmals eine Nacht in der gleichen Hütte zu verbringen.

Um die Zeit ein bisschen zu vertreiben, habe ich ein eigenes Schachbrett mit Spaghetti, Zundhölzern und UNO-Karten gebastelt. Es schien mir jedenfalls Glück zu bringen. Ich gewann einmal und das zweite Mal erreichten wir ein Unentschieden.


Das Wetter blieb bis am Mittag sehr, sehr schlecht. Ab dann liess der Wind ein bisschen nach und zwischendurch konnte man sogar blauen Himmel sehen. Das reichte, dass wir doch noch unsere Beine bewegen konnten. Wir gingen raus in den immer noch starken Wind. Ich hatte einen Geocache als Ziel. Julie zog aber den Weg zurück zur Hütte vor. Philippe machte sich derweil auf, einen Gipfel zu erklimmen. Ich folgte dann später Philippe und traf ihn ganz zuoberst. Die Aussicht hielt sich auch in Grenzen, aber wenigstens regnete es nicht. Die schwarzen Wolken luden aber nicht auf eine grosse Wanderung ein und so zogen wir es vor, so schnell wie möglich zurück zur Hütte zu kommen.

Weisse Weihnachten
Wie sich das gehört, muss es auch Schnee geben am 24. Dezember. Und so war es auch dieses Mal. Jedenfalls bin ich zufrieden damit es Schnee nennen zu können, obwohl es nicht ganz richtig ist. ;) Weiss war es allemal.


Ich hatte dann für den Abend noch Weihnachts-Schokolade für jedermann dabei, Weihnachtshüte für Julie und Philippe und drei Steaks für unser Abendessen. Es war ja schliesslich Weihnachten. Eine Bratpfanne konnten wir glücklicherweise vom Hüttenwart ausleihen. :=) Mit Kerzenlicht und „Arschloch“ spielen endete auch dieser Abend.

Langer Weg zurück
Da wir sozusagen einen Tag ausgesetzt hatten, mussten wir heute dementsprechend mehr laufen. Wir wählten den Cascade Track runter zum See. Innert kürzester Zeit ging es viele Höhenmeter runter, über Stock, Wasser und Stein. Einmal unten wurde dann auch der Weg besser und es ging dann mehr um Distanz zurücklegen. Den Lunch-Stopp legten wir bei der Coldwater-Hut und den millionen Sandfliegen ein. Dies wäre eigentlich die Hütte gewesen, wo wir am Vortag übernachten wollten. Wir fahren aber froh, in der Angelus Hütte geblieben zu sein, denn diese hier war sehr klein und eben, voller Sandfliegen.

Von hier dauerte es nochmals zweieinhalb Stunden bis zum Van/Auto und wir waren alle froh, als wir dort ankamen. Es war eine sehr tolle Wanderung und vor allem noch mit einem anspruchsvollen Wanderweg, keine Autobahn wie auf den meisten Great Walks.

Erkenntnisse
- Ich habe viel von meinem Französisch vergessen. Aber mit der Zeit gings immer besser. ;=)
- Philippe’s 12-24mm Objektiv ist einfach genial!
- Ein Ruhetag vor der nächsten Wanderung wäre toll.

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